Winter is coming …

Wenn es draußen nass, kalt und finster wird, wärmt nichts Körper und Seele so sehr wie eine frisch gebrühte Tasse heißen Tees … wer dabei etwas Neues entdecken möchte, kann bei uns im Secret Garden eine Besonderheit aus den Wäldern Sibiriens probieren …

Sibirisches Teekränzchen am Samowar

Chaga Tee

Der parasitäre Baumpilz Chaga (inonotus obliquus) wird in Sibirien seit langem gesammelt, getrocknet und als gestoßenes Pulver zum Tee aufgebrüht. Schon im 16. Jahrhundert fand er in ganz Russland Anwendung als Arznei gegen mittelschwere bis schwere Krankheiten. 1955 hat das russische Gesundheitsministerium den Pilz offiziell als Heilmittel anerkannt und zugelassen. In der asiatischen Volksmedizin wird der Chaga Pilz seit mehr als fünf Jahrtausenden in der Heilmedizin eingesetzt.

Der bevorzugte Wirtsbaum des Chaga ist die Birke. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pilzen, hat der Chaga-Pilz eine eher feste, korkenähnliche Konsistenz. Am Baum erscheint der Pilz an der Außenseite in einer sichtbaren schwarzen Kruste. Während die jungen Exemplare aussehen wie Knollen, erinnern die mehr als 5 Jahre alten Chaga Pilze an eine verhärtete Lavamasse. Nach etwa 15 Jahren gilt der Pilz als reif und kann gesammelt werden. Als Schutz gegen eisige Kälte von bis zu -50° Grad Celsius entwickelt er seine herausragende Zusammensetzung an Inhaltsstoffen. Bemerkenswert dabei, dass nur wildwachsender Chaga seine hervorragenden Eigenschaften zur Entfaltung bringt – und derer gibt es viele!

Die perfekte Heilpflanze

Der Chaga-Pilz gilt als ein herausragendes pflanzliches Adaptogen (ein Stoffwechselregulator, der die Fähigkeit eines Organismus steigert, sich an Umweltbedingungen anzupassen und Stress standzuhalten). Er kann als Krebsbekämpfer, zur Stärkung des Immunsystems, zur Entgiftung, Stimulierung des Nervensystems und der Erhaltung der Hautelastizität eingesetzt werden und ist als Langlebigkeitstonikum bekannt. Ein weiterer Aspekt ist seine genoprotektive (DNA-abschirmende) Wirkung. In den vergangenen 40 Jahren wurden mehr als 1600 wissenschaftliche Studien publiziert, die sich mit der antibakteriellen, Leber schützenden, entzündungshemmenden und stark antioxidativen Wirkung von Chaga auseinandersetzen und über 215 gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe im Chaga identifizieren konnten.

Wildwachsender Chaga gilt als das hochkarätigste Antioxidant (ORAC 36.560.000; im Vergleich dazu wilde Heidelbeeren: ORAC 2.400) das bislang auf der Erde entdeckt wurde. Wegen seiner einzigartigen Zusammensetzung an gesundheitsfördernden Phytonährstoffen und immunaktivierenden Verbindungen, halten internationale Forscher den Chaga für die perfekte Heilpflanze der Natur.

Chaga Pilz als Teil der Ausrüstung von „Ötzi“

Und – sollte man es glauben! – in der Ausrüstung des berühmten „Ötzis“, der 1991 am Tisenjocher Gletscher auf 3208 m Seehöhe gefundenen Mumie – mit 5300 Jahren der ältesten der Welt! – fand sich in der Gürteltasche ein Stück Chaga-Pilz als „Allround-Heilmittel“ für unterwegs. (Die außergewöhnlich gute Konservierung des Steinzeitmannes ist allerdings nicht den Anti-Aging Qualitäten des Chaga, sondern dem Eis geschuldet 😉 )

Beste Qualität

Unseren high quality Chaga aus laborgeprüfter sibirischer Wildsammlung beziehen wir von unseren lieben Freunden vom Art of Raw – auf ihrer Website könnt ihr euch nochmal ausführlich über dieses faszinierende Naturprodukt und seine positive Wirkung auf unseren Organismus informieren.

Im Secret Garden bereiten wir dieses Geschenk der Natur sorgfältig und mit viel Liebe für euch zu. Wichtig: genügend lang ziehen lassen (7-10 Minuten). Dann könnt ihr das gold-braune Lebenselixier in die Tasse gießen und den einzigartigen Geschmack des Chaga nach Rinde, nach Baum – nach der erdgebundenen Kraft Sibiriens – genießen.

Und da der Chaga-Pilz mit deutschem Namen Schillerporling heißt, zum Schluss noch ein schöner Aphorismus des großen Dichters über das nachahmungswürdige Vorbild der wunderbaren Pflanzenwelt:

Das Höchste

Suchst du das Höchste, das Größte?
Die Pflanze kann es dich lehren:
Was sie willenlos ist, sei du es wollend – das ists!

Friedrich von Schiller (1759-1805)

Granatapfelkrone

Was wären die duftenden weißen Naturreiskegel im Secret Garden ohne ihre schimmernde Krone aus roten Granatapfelkernen? Das hat gar nichts mit rot-weiß-rotem Patriotismus zu tun, etwas mit Präsentationästhetik und Farbenputz, aber auch viel mit unserer Faszination für diese so symbolträchtige, in den verschiedenen Kulturen seit Jahrtausenden geschätzte, und nicht zuletzt sehr gesunde Frucht.

Nomen est omen

Der Granatapfel, der entgegen seines deutschen Namens nicht mit unserem Apfel verwandt ist, trägt die botanische Bezeichnung punica granatum. Zum Ursprung des lateinischen Namens gibt es verschiedene Angaben. Punica ließe zum einen auf das häufige Vorkommen in Tunesien schließen, ehemals Punien genannt, und würde in dem Fall auf die römische Bezeichnung für die Phönizier zurückgehen. Eine andere Möglichkeit wäre die Rückführung auf das lateinische Adjektiv puniceus, im Deutschen purpurrot, in Anlehnung an die Farbe der enthaltenen Kernschalen. Granatum stammt von dem lateinischen Wort granum und bedeutet so viel wie Korn, Kern oder Samen und deutet auf die Vielzahl der im Granatapfel enthaltenen Samenkörner hin. In weiterer Folge gab der Granatapfel sowohl dem Kriegswerkzeug der Granate, als auch den schönen roten Halbedelsteinen der Granatgruppe den Namen.

Gartenfresko-Palatin

Gartenfresko mit Granatapfelbaum in der Casa di Livia (Gattin des Kaisers Augustus), Rom, Palatin (Ende 1. Jh. n.Chr.)

Der Granatapfelbaum ist ein sommergrüner kleiner Baum oder Strauch, der 5 Meter hoch, 3 Meter breit und bis zu einige hundert Jahre alt werden kann. Er trägt korallenrote Blüten, aus denen die Früchte mit den zahlreichen Einzelsamen hervorgehen. Die reife Frucht verbirgt ihren schmackhaften Kern hinter einer derben Schale. Diese wirkt auf den ersten Blick nicht unbedingt einladend, ist aber durch ihre ledrige Beschaffenheit dafür verantwortlich, dass der Granatapfel bis zu mehreren Monaten gelagert werden kann, und das ohne Qualitätsverlust. Das Innere der Frucht hingegen fasziniert mit einer komplexen Gesetzmäßigkeit und einer appetitlich anmutenden Ästhetik. Beinahe geheimnisvoll verbergen sich im Inneren durch Häutchen unterteilte Kammern, die wiederum Hunderte von kantig geformten Kernen enthalten, in denen sich jeweils ein Samen verbirgt.  Faszinierend, wie die Körner angeordnet sind: öffnet man den Granatapfel und häuft alle Kerne auf, nehmen sie deutlich mehr Platz ein, als im Inneren – und dort verbindet eine komplexe Versorgungsstruktur jeden einzelnen Kern mit der Schale, die ihrerseits am Stiel zusammenläuft, der am Ast hängt, der aus dem Stamm wächst, der auf der Wurzel steht.

Symbolträchtige Frucht

Aus dem vorderasiatischen Raum gelangte der Granatapfelbaum über das Zweistromland (in Mesopotamien ist er spätestens seit 2500 v.Chr. bekannt) einerseits und die Insel Zypern andererseits in den gesamten Mittelmeerraum. Und wo auch immer der Granatapfel heimisch wurde, regten seine Farbe und Erscheinungsform die schöpferische Phantasie der Menschen an. In vielen Kulturen der alten Welt steht der
Granatapfel für die Fülle des Lebens und der Liebe, für natürliche wie geistige Fruchtbarkeit, ist aber immer auch mit dem Totenkult verknüpft.

Aschenurne-Opfertisch

Aschenurne aus Volterra (2. Jh. v.Chr.)/ Opfertischszene aus dem Ramesseum in Abydos (13. Jh. v.Chr.)

Rechterhand eine altägyptische Fruchtbarkeitsgottheit, die vor einem reich gedeckten Opfertisch kniet – neben Broten, Geflügel, Weintrauben und Feigen sind auch deutlich zwei Granatäpfel mit ihrem vorstehenden Blütenansatz erkennbar. Links eine etruskische Aschenkiste für eine verstorbene Patrizierin, die, am Deckel gelagert, in der linken Hand einen Granatapfel hält. So wird auf jenen griechisch-römischen Mythos angespielt, der mit der Unterwelt und Auferstehungsmysterien in Verbindung steht, und der auch am Unterteil der Kiste im Relief dargestellt ist: Hades (Pluto), der Herr des Totenreichs, raubt das liebreizende Mädchen Persephone (Proserpina), die Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter (Ceres), um sie zu seiner Königin zu machen. Persephone, obwohl von einem Leben in der lichtlosen Unterwelt keineswegs angetan, kann sich dennoch nicht dem Reiz des Granatapfels entziehen, den ihr Hades anbietet und kostet von seinen Kernen. Nach den Gesetzen der Moiren verwirkt sie dadurch die Möglichkeit zur Rückkehr an die Oberwelt. Ihre verzweifelte Mutter übt jedoch Druck auf ihren Bruder, Götterfürst Zeus (Jupiter), aus, indem sie auf der Erde nichts mehr wachsen lässt. So handelt Zeus mit Hades (ebenfalls ein Bruder) einen Pakt aus, in dem Persephone 4 Monate des Jahres bei ihrem Gatten in der Unterwelt (in dieser Zeit verursacht die trauernde Ceres den Winter) zubringen muss, um danach zu ihrer Mutter an die Oberwelt zurückzukehren – dem irdischen Frühlingsbeginn.

Frühchristliche Symbolik als Fußbodenmosaike (4./3. Jh. n.Chr.)

In der (früh)christlichen Ikonographie bleibt der Granatapfel weiterhin im sepulchralen Kontext als Symbol für Auferstehung und ewiges Leben relevant, begleitet aber auch den an die Stelle des antiken Sol Invictus, des unbesiegbaren Sonnengottes, tretenden Christus. So etwa auf dem Fußbodenmosaik links aus Villa bei St Mary in Dorset, wo die jugendliche Gestalt durch das Christusmonogramm (Chi-Rho) eindeutig als solcher ausgewiesen wird.

Wenn beim Aufreißen der reifen Frucht die Fülle der Samen sichtbar wird, so ist dies nun auch ein Bild für die Wunden Christi, aus denen barmherzige Liebe quillt. In diesem Sinne ist wohl auch der Titel eines volksmedizinischen Arzneibuches zu verstehen, das erstmals 1695 in Wien erschien: „Freiwillig aufgesprungener Granatapfel des christlichen Samaritans“. Auf Passion und Auferstehung deutet auch die Granatfrucht, die die Madonna in Bildern von Botticelli (s.u.), Raffael, oder Holbein d. Ä. dem Jesusknaben reicht. Meist erkennt man deutlich in der aufgerissenen Frucht die roten Kerne.

Botticelli-Dürer

Botticelli 1487 / Dürer 1519

Im offiziellen Herrscherportrait, das Albrecht Dürer vom römisch-deutschen Kaiser Maximilian I von Habsburg anfertigte, tritt ein Granatapfel an die Stelle des üblichen goldenen Reichsapfels als Symbol für Herrschaft und irdische Macht.

… not just a pretty face …

Abseits von Mythos und Ikonographie ist der Granatapfel auch in der modernen Küche zum Trendobst geworden. Egal ob pur, als Drink, als Dressing, Essig, in Salaten und Gerichten ist das fruchtig-herbe Schmuckstück vielseitig einsetzbar. Aber auch unter dem gesundheitlichen Aspekt hat er einiges zu bieten. So sind die im Granatapfel enthaltenen Polyphenole bekannt für ihre antientzündliche und antioxidative Wirkung und somit für ihren positiven Einfluss auf das Immunsystem. Studien zufolge enthält er drei Mal so viele Antioxidantien wie grüner Tee, dazu Kalium, Eisen und die Vitamine A, C und E. Die Inhaltsstoffe der Frucht halten darüber hinaus den Blutzuckerspiegel stabil und helfen aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe bei Verdauungsproblemen. Auch in der Krebstherapie wird der Granatapfel eingesetzt, da man davon ausgeht, dass die Stoffe aus der Frucht das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Ja sogar anti-aging Qualitäten werden ihm attestiert (daher auch in der Kosmetik gerne eingesetzt) – und aphrodisierende sowieso.

Womit wir wieder bei der Antike wären – und dem Granatapfel (auch) als Attribut der Göttin Aphrodite. Nicht zuletzt kürte der trojanische Königssohn Paris – in Aussicht auf eine Verbindung mit der schönsten Frau der Welt (Helena von Sparta), damit die Liebesgöttin vor ihren Konkurrentinnen Athena und Hera zur Schönsten aller Unsterblichen … and the rest is history … (or at least mythology)

Trojanischer-Krieg

Römischer Sarkophag mit Szenen aus dem Trojanischen Krieg (Mitte 2. Jh. n.Chr.)